World Ocean Day 2026: Warum unsere Meere uns alle betreffen

World Ocean Day 2026: Warum unsere Meere uns alle betreffen

Zum diesjährigen World Ocean Day am 8. Juni kooperiert die Plattform Verpackung mit Zukunft mit dem Haus des Meeres in Wien.

Zu diesem Anlass haben wir mit den Expert:innen vom Haus des Meeres (HdM) gesprochen. Im Interview erfahren Sie, welche Bedeutung Ozeane für unser tägliches Leben haben, welche Auswirkungen die Meeresverschmutzung hat, wie man im Alltag aktiv werden kann und außerdem einige spannende Fakten.

Am 8. Juni findet weltweit der World Ocean Day statt – ein internationaler Aktionstag, der auf die enorme Bedeutung der Ozeane aufmerksam macht. Seit 2008 wird der Tag offiziell von den Vereinten Nationen unterstützt und bringt Menschen, Organisationen und Initiativen weltweit zusammen, um Bewusstsein für den Schutz der Meere zu schaffen. (unworldoceansday.org)

1. Warum sind gesunde Ozeane so wichtig für unser tägliches Leben – auch in Österreich ohne direkten Meerzugang?

HdM: Die Ozeane haben in den letzten Jahrzehnten einen großen Teil der Klimaerwärmung als Wärmespeicher abgefangen und damit das Klima und Wetter stabilisiert. Durch die Erwärmung der Meere und aber auch durch die Verschmutzung der Weltmeere leiden viele Ökosysteme wie Korallenriffe, Tangwälder oder Seegraswiesen, was wiederum große Wanderungen von Arten und/oder Massensterben auslösen kann. Beide Phänomene wirken sich negativ auf die Fischerei aus.  Diese Meerfische werden bei uns im Supermarkt verkauft, so kommt die Verschmutzung der Meere zu uns Menschen.

 

2. Welche Auswirkungen von Meeresverschmutzung beobachten Sie besonders häufig bei Meerestieren?

HdM: Tiere leiden vor allem an der Plastikverschmutzung des Meeres.  Plastikmüll wird oft mit Nahrung verwechselt und die Tiere verhungern mit vollem Magen. Verlassene Fischernetze, sogenannte Geisternetze, sind Fallen, aus denen die Tiere sich nicht mehr befreien können und verenden. Besonders tückisch ist, dass Plastik nicht von Organismen zersetzt wird, sondern wird immer kleiner und kleiner – bis zum so genannten Mikroplastik. Plastik setzt beim Zerfall Schadstoffe frei, welche hormonaktiv, nervenschädigend oder krebserregend wirken können. Das nehmen die Tiere auf – auch jene die bei uns am Teller landen.

3. Warum ist ein Aktionstag wie der World Ocean Day heute wichtiger denn je?

HdM: Unseren Ozeanen geht es nicht gut. Der Klimawandel, die Verschmutzung und die Überfischung setzen allen marinen Ökosystemen zu. Der World Ocean Day soll auf genau diese Problematik aufmerksam machen und Bewusstsein schaffen. Je früher wir anfangen, unser Meer zu schätzen und zu schützen, desto früher kann es zur Erholung der Lebewesen im und ums Meer kommen.


4. Welche einfachen Dinge kann jede:r im Alltag tun, um zum Schutz der Meere beizutragen?

HdM: Meeresschutz beginnt im Kleinen. Weniger Einwegplastik und ordentliche Mülltrennung kann jede:r im Alltag integrieren. Das Plastik, das heute auf der Straße liegt, wird früher oder später im Meer landen, falls es nicht entsorgt wird. Wenn Fisch im Essensplan vorgesehen ist, kann man auf das MSC-Siegel oder ASC-Siegel achten. Beide Siegel bemühen sich um Nachhaltigkeit und Transparenz und bieten Kund:innen Orientierung.

 

5. Warum ist Bewusstseinsbildung, gerade bei Kindern, so entscheidend für langfristigen Meeresschutz?

HdM: Langfristiger Meeresschutz ist ein langfristiges Projekt. Die Menschheit ist der Hauptverursacher für die Probleme, die unsere Ozeane momentan stellen müssen. Es wird mehrere Generationen benötigen, um einen nachhaltigen, positiven Umgang mit dem Meer und seinen Bewohnern zu festigen. Kinder früh auf die Thematik aufmerksam zu machen, kann in bei Kindern bereits Bewusstsein schaffen, Interesse fördern und damit möglicherweise neue Ideen für einen besseren Schutz des Meeres in Zukunft schaffen.

6. Wenn Sie sich für die Zukunft der Ozeane eine Sache wünschen könnten, was wäre das?

HdM: Mehr Schutzzonen im Meer. Es sind streng genommen bloß 2 Prozent des Meeres geschützt. Mit so wenigen Arealen, die Schutz und Erholung bieten, ist es kaum wunderlich, dass die Bedingungen im Meer nicht besser werden. Meiner Meinung nach sollten die Zonen nicht nur streng überwacht werden, um neue Verschmutzung zu vermeiden, sondern auch die existente Verschmutzung so gut wie möglich bereinigt werden.


Hier findet ihr ein paar spannende und auch erschreckende Fakten über die aktuelle Verschmutzung der Meere: