Stop Food Waste Day 2026: Lebensmittel retten, Ressourcen schonen – die Rolle der Verpackung

Stop Food Waste Day 2026: Lebensmittel retten, Ressourcen schonen – die Rolle der Verpackung

Der Stop Food Waste Day macht jedes Jahr auf ein drängendes Thema aufmerksam: Noch immer werden weltweit große Mengen an Lebensmitteln weggeworfen – entlang der gesamten Wertschöpfungskette, aber auch im Haushalt. Gerade der Lebensmittelhandel spielt eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Food Waste zu vermeiden und gemeinsam mit Partnern und Konsument:innen neue Lösungen zu entwickeln. Verpackungen können dabei Teil der Lösung sein, etwa wenn sie die Haltbarkeit verlängern oder Lebensmittel besser schützen.

Zum diesjährigen Stop Food Waste Day am 29. April 2026 haben wir mit der Nachhaltigkeitsabteilung & dem Green Packaging Team der Billa AG gesprochen. Im Interview erfahren Sie, wie das Handelsunternehmen Verantwortung übernimmt, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und wie Verpackungen dabei helfen können.

 

1. Warum ist der Stop Food Waste Day für BILLA ein wichtiges Signal – und was bedeutet er konkret für Ihr Unternehmen?

BILLA: Der Stop Food Waste Day ist ein wichtiges Signal, weil er Bewusstsein schafft und zeigt, dass der verantwortungsvolle Umgang mit Lebensmitteln eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist – von der Landwirtschaft über Produktion und Handel bis zu privaten Haushalten, in denen der größte Teil des Food Waste anfällt.  BILLA setzt Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung konsequent um und entwickelt sie weiter – von bedarfsgerechter Warenbestellung bis hin zu Kooperationen mit sozialen Organisationen für Lebensmittelspenden. Wir übernehmen Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

2. Welche wichtigsten Maßnahmen setzen Sie aktuell, um Lebensmittelabfälle im Unternehmen zu reduzieren?

BILLA:  BILLA setzt umfassende Maßnahmen zur Lebensmittelrettung. Durch bedarfsgerechte Bestellungen werden Übermengen reduziert. Unter der Marke „Wunderlinge“ verkauft BILLA seit 2013 Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern, zudem werden 3,5‑Kilo‑Obst und Gemüse-Rettersackerl mit einwandfreien Produkten, die kleine optische Mängel aufweisen, angeboten.

Seit Ende 2024 gibt es zudem auch Gebäck-Rettersackerl mit Gebäck vom Vortag. Darüber hinaus bekommen Artikel mit kleinen optischen Mängeln eine zweite Chance, indem sie im Markt zu Convenience-Artikeln wie Smoothies, Salatbowls u.v.m. weiterverarbeitet werden. Lebensmittel kurz vor Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums werden mit 30% Preisnachlass angeboten.

Ein zentraler Baustein ist die Weitergabe genusstauglicher Lebensmittel an soziale Einrichtungen: 2025 spendete BILLA 9.662 Tonnen Lebensmittel, was ca. 23 Millionen Mahlzeiten-Äquivalenten entspricht, an Sozialorganisationen wie die Team Österreich Tafel, Caritas und Sozialmärkte. Des Weiteren setzt BILLA mit dem Projekt Reversio ein starkes Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung. Backwaren, die weder verkauft noch gespendet werden können, werden vom Partnerbetrieb Königshofer zu hochwertigem Tierfutter für Nutztiere weiterverarbeitet.  Auf diese Weise konnten im Jahr 2025 über 2.700 Tonnen Brot und Gebäck vor der Entsorgung bewahrt werden und es ist eine von mehreren Maßnahmen, um Ressourcen im Kreislauf zu halten.


3. Viele sehen Verpackung kritisch: Warum ist sie trotzdem oft Teil der Lösung gegen Food Waste?

BILLA:  Verpackungen werden oft kritisch gesehen, spielen jedoch eine wichtige Rolle im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. Denn viele Lebensmittel würden ohne ausreichenden Schutz deutlich schneller verderben oder beschädigt werden. Verpackungen helfen, Produkte vor Licht, Luft und Feuchtigkeit zu schützen und tragen dazu bei, dass sie länger haltbar bleiben – im Regal, auf dem Heimweg und zu Hause.

Auch im Alltag unterstützen Verpackungen dabei, Lebensmittel vollständig zu nutzen. Wiederverschließbare Verpackungen ermöglichen es, Produkte nach dem Öffnen frisch zu halten, während portionsgerechte Einheiten helfen, genau die Menge zu verwenden, die tatsächlich benötigt wird. So lassen sich Reste besser aufbewahren und später weiterverwenden, was den Food Waste reduziert.

Bei BILLA tragen Verpackungen damit dazu bei, dass Lebensmittel entlang der gesamten Kette – von der Anlieferung in die Filiale bis zum Konsum zu Hause – geschützt werden. Denn jedes Lebensmittel, das nicht im Müll landet, spart Ressourcen und vermeidet unnötige Umweltbelastungen. Verpackung ist damit kein Selbstzweck, sondern in vielen Fällen ein bedeutendes Hilfsmittel, um Food Waste zu reduzieren.

 

4. Wie können Verpackungen dazu beitragen, die Haltbarkeit von Lebensmitteln zu verlängern und dadurch Lebensmittelverschwendung wirksam zu reduzieren?

BILLA:  Abgepackte Tomaten bleiben oft länger frisch als lose Ware. Das liegt daran, dass Tomaten nach der Ernte Ethylen abgeben – ein natürliches Reifegas. Ohne Schutz reifen sie dadurch schnell nach, werden weich und verderben früher. Spezielle Gemüseverpackungen regulieren den Luft- und Gasaustausch, sodass sich Ethylen nicht staut. So reifen die Tomaten langsamer, schimmeln seltener und bleiben länger genießbar. Das hilft, weniger Lebensmittel wegzuwerfen – und spart Ressourcen, die in ihrer Erzeugung stecken.

Käse reagiert empfindlich auf Luft und Licht. Verpackungen mit guter Barrierewirkung schützen vor Austrocknung, Geschmacksveränderungen und Schimmelbildung. Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten zeigen, dass eine verlängerte Haltbarkeit bei Milchprodukten einer der wichtigsten Faktoren ist, um Food Waste zu reduzieren. Auch hier gilt: Der ökologische Vorteil der eingesparten Lebensmittel ist deutlich größer als der Aufwand für die Verpackung selbst.

Frisches Fleisch verdirbt besonders schnell durch Kontakt mit Sauerstoff und Keimen. Schutzgasverpackungen, wie sie im Handel häufig verwendet werden, ersetzen die normale Luft im Inneren der Packung durch eine speziell abgestimmte Gaszusammensetzung. Dadurch verlangsamt sich das Bakterienwachstum, das Fleisch bleibt länger frisch und farbstabil und muss seltener vorzeitig entsorgt werden. Studien zeigen, dass sich die Haltbarkeit je nach Produkt um mehrere Tage bis hin zu Wochen verlängern kann und dadurch deutlich weniger Fleisch weggeworfen wird. Gerade hier ist der Effekt besonders wichtig, weil in der Fleischproduktion viel Wasser, Energie und Fläche benötigt wird – jede vermiedene Entsorgung ist ein Beitrag zur Ressourcenschonung.

Stop Food Waste Day - Interview mit dem Sustainability & Green Packaging Team der Billa AG Am Foto: 3 Personen aus dem Nachhaltigkeits- & Green Packaging Team der Billa AG
Bei BILLA tragen Verpackungen damit dazu bei, dass Lebensmittel entlang der gesamten Kette – von der Anlieferung in die Filiale bis zum Konsum zu Hause – geschützt werden. Denn jedes Lebensmittel, das nicht im Müll landet, spart Ressourcen und vermeidet unnötige Umweltbelastungen.
Green Packaging Team, Billa AG

5. Wie trägt eine verbesserte Restentleerbarkeit bei Produkten dazu bei, Ressourcen zu schonen und Food Waste zu vermeiden?

BILLA: Ein oft übersehener Grund für Lebensmittelverschwendung sind Produktreste, die in Verpackungen zurückbleiben. Bleiben Joghurt, Sauce oder Aufstrich in Bechern, Flaschen oder Tuben hängen, wird noch genießbares Essen weggeworfen. Die sogenannte Restentleerbarkeit beschreibt, wie vollständig ein Produkt aus der Verpackung entnommen werden kann – und sie spielt eine wichtige Rolle beim Vermeiden von Food Waste. Studien zeigen, dass schwer entleerbare Verpackungen messbar zu Lebensmittelabfällen in privaten Haushalten beitragen. Besonders bei dickflüssigen Produkten können mehrere Prozent des Inhalts als Rückstand in der Verpackung verbleiben. Durch besser gestaltete Verpackungen oder einfache Nutzungshinweise lassen sich diese Verluste deutlich reduzieren. Jede nicht genutzte Portion bedeutet auch einen unnötigen Verbrauch von Ressourcen wie Wasser, Energie und landwirtschaftlichen Rohstoffen. Wer Lebensmittel möglichst vollständig nutzt, leistet einen aktiven Beitrag zum Ressourcenschutz.

Unscheinbarer Tipp mit großer Wirkung für zu Hause: Verwenden Sie Produkte möglichst vollständig – durch Auskratzen mit dem Löffel, Ausschaben mit einem Teigschaber oder kurzes Ausschwenken mit etwas Wasser oder Milch bei Saucen und Dressings. So holen Sie mehr aus Ihrem Lebensmittel heraus und vermeiden unnötige Verschwendung.

 

6. Warum engagiert sich BILLA bei der Plattform Verpackung mit Zukunft – und was wollen Sie gemeinsam erreichen?

BILLA: Wir verfolgen einen ganzheitlichen und strategisch verankerten Nachhaltigkeitsansatz, der auf vier zentralen Säulen basiert: grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter:innen sowie gesellschaftliches Engagement.

2024 haben wir intensiv die Einführung des Einwegpfandsystems vorbereitet – ein wichtiger Schritt zur Steigerung der Sammel- und Recyclingquote von Kunststoffflaschen und Dosen in Österreich. 2025 ist das neue Einwegpfandsystem in Österreich dann an den Start gegangen. Die Spendeninitiative Dein Pfand fürs Land bietet seit Mai 2025 BILLA Kund:innen die Möglichkeit, Naturschutzprojekte der BILLA gemeinnützige Stiftung Blühendes Österreich mit ihrer Pfandspende zu unterstützen. Diese hat in den vergangenen zehn Jahren eine Vielzahl von Maßnahmen zum Natur- und Artenschutz umgesetzt.

BILLA nimmt in vielen Bereichen eine Pionierrolle ein. Tierwohl ist mit unserer vor mehr als 30 Jahren gegründete Bio-Marke Ja! Natürlich sowie dem Tierwohl-Siegel „Fair zum Tier“ bei BILLA keine Nische mehr und erreicht im Frischfleisch-Bereich einen Anteil von mehr als 50 Prozent des Verkaufsumsatzes. Mit BILLA Pflanzilla in der Wiener Mariahilfer Straße hat BILLA zudem den ersten rein pflanzlichen Store eines klassischen Lebensmitteleinzelhändlers in Europa eröffnet, bei BILLA PLUS gibt es mit mehr als 7.000 rein pflanzlichen Produkten unser größtes rein pflanzliches Angebot.

 

>> Mehr zur Vision für eine Verpackung mit Zukunft

 

Abschluss: Was möchtet Ihr euren Kund:innen mitgeben, um sie im Alltag zu einem bewussteren Umgang mit Lebensmitteln zu ermutigen und gemeinsam Lebensmittelabfälle zu reduzieren?

BILLA: Lebensmittel sind wertvolle Ressourcen – von ihrer Erzeugung bis zu ihrem Platz auf unserem Teller. Jeder Einkauf bietet die Möglichkeit, bewusst zu entscheiden und aktiv dazu beizutragen, Lebensmittelabfälle zu vermeiden. Auch Produkte mit kleinen Schönheitsfehlern oder solche, die sich dem Mindesthaltbarkeitsdatum nähern, sind oft weiterhin einwandfrei genießbar und verdienen eine zweite Chance.

Mit einem achtsamen Blick, gut geplanter Nutzung und der Bereitschaft, Neues auszuprobieren, können bereits kleine Veränderungen im Alltag Großes bewirken. Gemeinsam können wir Ressourcen schonen und Verantwortung übernehmen – Schritt für Schritt, bei jedem Einkauf.

Ressourcen schonen mit BILLA
Stop Food Waste Day - Am Foto: Personen halten Verpackungen aus unterschiedlichen Materialien in die Mitte