5 Jahre Plattform Verpackung mit Zukunft
Was hat Sie dazu bewogen, Mitglied der Plattform Verpackung mit Zukunft zu werden?
Ein ressourcenschonender Umgang mit Verpackungen ist uns sehr wichtig. Wir liefern Anlagen zur Herstellung von gewebten Verpackungen aus Kunststoff in die ganze Welt und legen schon bei der Entwicklung unserer Maschinen großen Wert darauf, dass sie rohstoffsparend produzieren und auch recycelte Kunststoffe verarbeiten können. Mit unseren Kunststoffrecyclinganlagen schließt sich der Kreis: Im Idealfall werden so aus gebrauchten Kunststoffverpackungen wieder hochwertige neue Verpackungen. Die Plattform Verpackung mit Zukunft bietet uns die Möglichkeit, uns mit anderen Gleichgesinnten in der Wertschöpfungskette auszutauschen und gemeinsam Strategien für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft bei Verpackungen zu entwickeln und Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft zu betreiben. Denn letztendlich kommt es auf uns alle an, wenn wir unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft sichern wollen.
Was hat die Verpackungsbranche in den letzten 5 Jahren geprägt?
Ganz sicher das Thema Nachhaltigkeit. Insbesondere im Bereich Kunststoffverpackungen hat sich durch gesetzliche Vorgaben wie Mindestmengen an recycelten Materialien in neuen Verpackungen oder offizielle Sammelsysteme für gebrauchte Kunststoffe sowie „Design for Recycling“-Vorgaben einiges getan, und das nicht nur in Europa. Gleichzeitig gibt es Turbulenzen am europäischen Kunststoff-Recyclingmarkt. Viele Verpackungsproduzenten setzen Neuware ein, da sie billiger zu bekommen ist als in Europa hergestellte Rezyklate. Einige Recycler in Frankreich, Deutschland oder Spanien mussten zuletzt schließen, da sie durch hohe Produktionskosten dem Preisdruck durch die billigere Neuware, aber auch durch Konkurrenten aus Fernost nicht mehr gewachsen sind.
Welche Innovationen und Trends sind heute bestimmend?
Recyclingfähigkeit, Monomaterialien sowie die Verwendung von Rezyklaten in der Verpackungsherstellung sind meiner Meinung nach aktuell die bedeutendsten Trends am Verpackungsmarkt, bedingt durch regulatorische Treiber wie die Gesetzgebung einzelner Länder oder der EU. Im Bereich Digitalisierung und Smart Packaging erweitern technologische Entwicklungen wie die in der EU geplanten digitalen Produktpässe oder das sogenannte „Connected Packaging“ die Funktionen von Verpackungen. Hinsichtlich Materialien und Produktionstechnologie gibt es laufend neue Entwicklungen, so zum Beispiel sortenreine Materialverbunde, die Multilayer-Verpackungen ersetzen und in einem homogenen Materialstrom recycelt werden können. Unser PP*STAR®-Tierfuttersack – ein Materialverbund aus BOPP-Folie und PP-Bändchengewebe – stellt hier eine nachhaltige und ansprechende Alternative zu Papier-Kunststoff-Verbunden dar.
Wie sieht für Sie eine zukunftsfähige Verpackungsbranche (in fünf Jahren) aus?
In einer zukunftsfähigen Verpackungsbranche sind alle Stakeholder eines Verpackungskreislaufs – sei es Papier, Glas, Metall oder Kunststoff – involviert und tragen gemeinsam dazu bei, gebrauchte Verpackungen in einen Recyclingstrom zu führen und sie wiederverwendbar zu machen. Das beginnt mit „Design for Recycling“, erfordert aber auch funktionierende Sammelsysteme, das Mitwirken der Konsumenten, sowie fortschrittliche Technologien zur Wiederaufbereitung.
Was braucht es, um dieses Zukunftsbild zu erreichen?
Ein geschlossener Verpackungskreislauf beginnt bereits beim Verpackungsdesign. Produkthersteller und -vermarkter müssen sich für eine für ihr Produkt passende nachhaltige Verpackung entscheiden und diese nach den jeweiligen DfR-Vorgaben und im Sinne der erforderlichen ERP-Maßnahmen von den Verpackungsproduzenten umsetzen lassen. Konsumenten müssen aufgeklärt werden, damit ein gesellschaftliches Umdenken stattfindet und eine gebrauchte Verpackung nicht als Müll, sondern als wertvolle Rohstoffquelle betrachtet wird. Weiters braucht es gesetzliche Vorgaben, die mit rechtlichen Konsequenzen verbunden sind, falls sie nicht eingehalten werden. Zu guter Letzt ist eine entsprechende Wiederaufbereitungstechnologie nötig, um aus den gesammelten gebrauchten Verpackungen hochwertige neue Verpackungen herstellen zu können, die wieder für dieselbe Anwendung eingesetzt werden können.
Was macht Ihnen Mut für die kommenden Jahre?
Es tut sich im Bereich Forschung und Entwicklung sehr viel. Viele junge Menschen sind zudem relativ gut für dieses Thema sensibilisiert und motiviert, Dinge zu verändern.
Welche Rolle können Plattformen wie Verpackung mit Zukunft bei diesem Wandel spielen?
Sie bringen Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen an einen Tisch und fördern den Wissensaustausch untereinander. Damit gelingt es, funktionierende, in einzelnen Bereichen bestehende Lösungen zusammenzuführen, so dass so viele wie möglich davon profitieren. Gleichzeitig können sie als Interessensvertretung in der Öffentlichkeit fungieren und so dabei helfen, gesellschaftliches Umdenken herbeizuführen und die Unterstützung seitens des Gesetzgebers zu forcieren.
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