5 Jahre Plattform Verpackung mit Zukunft

5 Jahre Plattform Verpackung mit Zukunft

Zum 5-jährigen Jubiläum der Plattform haben wir unsere Mitgliedsunternehmen interviewt.

Josef Scheidl, Geschäftsführer von Brantner green solutions erzählt im Interview, wie eine zukunftsfähige Verpackungsbranche aussehen kann, was es braucht, um dieses Zukunftsbild zu erreichen und welche Rolle Plattformen wie Verpackung mit Zukunft bei diesem Wandel spielen.

Lesen Sie hier das gesamte Interview.

Was hat Sie dazu bewogen, Mitglied der Plattform Verpackung mit Zukunft zu werden?

Als Kreislaufwirtschaftsunternehmen sehen wir täglich, welche Herausforderungen, aber auch welches Potenzial in Verpackungen steckt. Für uns war klar: Die Transformation der Verpackungswirtschaft gelingt nur gemeinsam durch Kooperation entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Plattform Verpackung mit Zukunft setzt genau hier an, denn sie bringt viele relevante Akteure an einen Tisch – vom Rohstoffverarbeiter bis zum Recyclingunternehmen, vom Verpackungs- bis zum Konsumgüterhersteller. Dieser offene Dialog ist entscheidend, um zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln, die ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich tragfähig sind.

 

Was hat die Verpackungsbranche in den letzten 5 Jahren geprägt?

Die Verpackungsbranche war stark von der Kreislaufwirtschaft und der EU-Politik geprägt. Themen wie Recyclingfähigkeit und CO₂-Reduktion stehen klar im Fokus. Gleichzeitig haben wir den Eindruck, dass sich das Bewusstsein bei Konsumentinnen und Konsumenten immer weiter verändert: Verpackungen werden kritischer hinterfragt und sind immer stärker in der öffentlichen Diskussion vertreten. Diese Dynamik bringt Innovationen in Richtung Materialeinsparung und wiederverwendbare Systeme.

 

Welche Innovationen und Trends sind heute bestimmend?

Wie wir alle wissen, wächst der Einsatz von Mehrwegverpackungen, etwa bei Getränken oder in der Gastronomie. Gleichzeitig setzen viele Hersteller auf recycelte Materialien, sogenannte Rezyklate, z. B. bei PET-Flaschen, wo die EU einen Mindestanteil vorschreibt.

Auch sogenannte Monomaterialien werden immer beliebter, da sie leichter recycelbar sind als Verpackungen aus Materialmix. Zudem gewinnen Nachfüllsysteme an Bedeutung, etwa für Reinigungsmittel oder Kosmetikprodukte im Handel. Biologisch abbaubare Verpackungen bleiben hingegen umstritten, da sie oftmals nicht den gewünschten Effekt erzielen oder falsch verwendet werden.

Portrait von Josef Scheidl, Geschäftsführer von Brantner green solutions © Brantner green solutions
Die Transformation der Verpackungswirtschaft gelingt nur durch Kooperation entlang der Wertschöpfungskette. Die Plattform Verpackung mit Zukunft vereint alle relevanten Akteure im offenen Dialog.
Josef Scheidl, Geschäftsführer
Brantner green solutions
Wie sieht für Sie eine zukunftsfähige Verpackungsbranche (in fünf Jahren) aus?

In fünf Jahren sehe ich eine Verpackungsbranche, die Kreislaufwirtschaft wirklich lebt. Verpackungen sind dann so gestaltet, dass sie entweder einfach recycelt oder mehrfach genutzt werden können. Der Anteil an Rezyklaten wird signifikant höher sein, und die Digitalisierung wird entlang der gesamten Wertschöpfungskette helfen, Ressourcen effizienter zu nutzen. Gleichzeitig werden die Konsumentinnen und Konsumenten eine aktivere Rolle übernehmen oder durch das bessere Trennen von Abfällen.

 

Was braucht es, um dieses Zukunftsbild zu erreichen?

Wir brauchen einerseits einen engen Schulterschluss zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, denn jeder Akteur kann nur einen Teil der Lösung liefern. Andererseits braucht es Investitionen in neue Sortiertechnologien, wie z. B. den Brantner Störstoffscanner, oder aber auch in Infrastruktur und in den Wissenstransfer. Vor allem aber braucht es einen pragmatischen Zugang: weniger ideologische Grabenkämpfe, mehr Fokus auf machbare Lösungen.

 

Was macht Ihnen Mut für die kommenden Jahre?

Mut machen mir die vielen guten Beispiele, die bereits heute funktionieren. Ob neue Verpackungskonzepte, technologische Fortschritte oder das gestiegene Umweltbewusstsein in der Bevölkerung. Man merkt einfach, dass sich viel tut, und das motiviert uns umso mehr. Gerade im Austausch mit anderen Unternehmen merke ich, die Bereitschaft zur Veränderung. Wenn wir diese Dynamik beibehalten, sehe ich optimistisch in die Zukunft.

 

Welche Rolle können Plattformen wie Verpackung mit Zukunft bei diesem Wandel spielen?

Plattformen wie Verpackung mit Zukunft sind enorm wichtig, weil sie den Dialog zwischen verschiedenen Branchen ermöglichen, die sonst oft wenig miteinander zu tun haben. Sie schaffen Bewusstsein, fördern Wissenstransfer und bringen konkrete Lösungsansätze in die breite Diskussion. Vor allem aber zeigen sie, dass Veränderung nicht im Alleingang geschieht, sondern stets in der Gemeinschaft.

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